Ich habe diese harte, schaumartige, braune Struktur an einem Zaunpfosten im Garten entdeckt. Ich wollte sie gerade abkratzen, zögerte aber. Was ist das? Vollständiger Artikel 👇 💬

 

Ich habe diese harte, schaumartige, braune Struktur an einem Zaunpfahl im Garten entdeckt. Ich wollte sie gerade abkratzen, zögerte aber. Was ist das?

Das Entdecken eines seltsamen, schaumartigen, braunen Objekts an einem Zaunpfahl oder Ast kann eine überraschende Erfahrung sein. Man ist vielleicht etwas nervös oder neugierig und fragt sich, ob man es entfernen oder lieber liegen lassen soll. Bevor man zum Schaber greift, ist es gut zu wissen, dass man wahrscheinlich eine der interessantesten „Kinderstuben“ der Natur entdeckt hat.

Was Sie hier sehen, ist mit ziemlicher Sicherheit ein Eikapsel einer Gottesanbeterin. Wissenschaftlich wird sie als Oothek bezeichnet . Diese Struktur ist für die Gottesanbeterin lebenswichtig, und ihr Fund ist tatsächlich ein sehr gutes Zeichen für Ihren Garten.

1. Das Geheimnis des „braunen Flecks“
Die Eikapsel der Gottesanbeterin lässt viele Menschen aufgrund ihres ungewöhnlichen Aussehens erstarren. Sie ist meist hellbraun oder beige und fühlt sich an wie harter Schaumstoff oder getrocknetes Dämmmaterial. Deshalb verwechseln viele sie mit einem kleinen Wespennest oder gar einem seltsamen Pilz an ihrem Zaun.

Diese Gehäuse sind in der Regel etwa 2,5 bis 5 cm lang. Das Gottesanbeterinnenweibchen produziert diesen Schaum, um ihren Nachwuchs vor der Winterkälte und vor hungrigen Vögeln oder anderen Insekten zu schützen. Es ist ein genialer Mechanismus der Natur, der die Jungen bis zum wärmeren Wetter bewahrt.

2. Ein nützlicher Gartenräuber
Gottesanbeterinnen zählen zu den nützlichsten Insekten, die man im Garten haben kann. Sie sind bekannt für ihren langen Körper und die Art, wie sie ihre Vorderbeine halten, als würden sie beten. Tatsächlich sind diese Beine aber zum Jagen geeignet.

Die Gottesanbeterin ist ein „nützlicher Räuber“, das heißt, sie frisst Insekten, die normalerweise Ihre Pflanzen befallen. Sie jagt Fliegen, Grillen, Motten und Raupen. Da sie dazu beiträgt, Schädlingspopulationen in Schach zu halten, betrachten viele Gärtner sie als „natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel“. Mit einem Eikokon einer Gottesanbeterin haben Sie bald ein Team kleiner Wächter, die Ihre Blumen und Ihr Gemüse beschützen.

3. Wie die Eierhülle hergestellt wird
Der Eikapsel einer Gottesanbeterin ist ein wahres Wunder. Im Spätsommer oder Herbst produziert das Weibchen eine schaumige, flüssigkeitsähnliche Substanz. Beim Ablegen der Eier schlägt sie diese Flüssigkeit zu einem Schaum auf, der an der Luft schnell aushärtet.

Bei genauer Betrachtung erkennt man Rillen an der Außenseite. Im Inneren dieser robusten, schwammartigen Schale befinden sich Hunderte winziger Fächer. Jedes Fach enthält ein Ei und schützt es so vor Frost und vor starkem Regen.

4. Häufige Fundorte
Man findet sie nicht nur an Zaunpfählen. Gottesanbeterinnen sind sehr strategisch, wo sie ihre Jungen ablegen. Man könnte eine Eikapsel finden:

Versteckt im dichten Gebüsch oder in Hecken.
An den kräftigen Stängeln hoher Unkräuter oder Blumen befestigt.
An der Unterseite von Gartenmöbeln oder Holzgeländern.
Sie wählen diese Orte, weil sie in der Regel vor Raubtieren verborgen sind, aber nah genug am Boden liegen, damit die Jungen nach dem Schlüpfen leicht Nahrung finden können.

5. Warum Sie es nicht abkratzen sollten
Es mag verlockend sein, den Zaunpfahl zu reinigen, aber es ist viel besser, die Eierkapseln in Ruhe zu lassen. Diese Gebilde sind völlig harmlos für Menschen, Haustiere und Ihr Grundstück. Sie verursachen keine Fäulnis im Holz und ziehen keine Schädlinge an.

Als Sie zögerten, es abzukratzen, haben Sie genau richtig gehandelt! Durch das Entfernen sterben oft Hunderte von kleinen Gottesanbeterinnen im Inneren. Indem Sie es belassen, unterstützen Sie das lokale Ökosystem und sorgen dafür, dass Ihr Garten gesund und im Gleichgewicht bleibt.

6. Hunderte winziger Jäger
In diesem einzelnen braunen Gebilde befinden sich oft 100 bis 400 Eier, die auf den richtigen Moment warten. Sie verharren den ganzen Winter über in einem Ruhezustand. Sobald die Sonne im Frühling wärmer wird, reifen die Embryonen heran.

Wenn es endlich soweit ist, schlüpfen die Jungtiere (Nymphen genannt) alle auf einmal. Sie sehen aus wie mikroskopisch kleine Ausgaben ihrer Eltern. Obwohl sie winzig sind, besitzen sie bereits den Jagdinstinkt. Sofort verteilen sie sich im Garten auf der Suche nach kleinen Schädlingen, die sie fressen können.

7. Der Zauber des Frühlingsschlüpfens
Das Schlüpfen eines Gottesanbeterinnen-Eipakets zu beobachten, ist ein faszinierender Anblick. Dies geschieht üblicherweise im späten Frühling, wenn auch andere Insekten wie Blattläuse auftreten. So ist sichergestellt, dass die Jungtiere ausreichend Nahrung zum Wachsen finden.

Manchmal sieht man Dutzende winziger, blasser Insekten aus den Rillen der Eikapsel schlüpfen. Anfangs sind sie sehr zerbrechlich, aber sie dunkeln schnell nach und verschwinden im Laub Ihres Gartens.

8. Den Koffer sicher transportieren
Manchmal befindet sich ein Eierpaket an einem ungünstigen Ort – vielleicht planen Sie, Ihren Zaun zu streichen oder ein Möbelstück zu verrücken. Falls Sie es bewegen müssen, können Sie dies gefahrlos tun, ohne die Larven zu verletzen.

Sie können das Gehäuse vorsichtig mit einem Messer von der Oberfläche lösen oder, falls es an einem Zweig befestigt ist, diesen einfach abschneiden. Anschließend können Sie es in einen buschigen Bereich Ihres Gartens setzen. Befestigen Sie es dort mit etwas Draht oder Schnur an einem Ast und achten Sie darauf, dass die ursprünglich nach oben zeigende Seite weiterhin nach oben zeigt.

9. Den Unterschied verstehen
Angesichts der vielen verschiedenen Formen in der Natur kann man leicht den Überblick verlieren. Hier erfahren Sie, wie Sie die Eikapsel einer Gottesanbeterin von anderen Dingen unterscheiden können:

Wespennester: Diese sind in der Regel grau, fühlen sich papierartig an und weisen sichtbare Löcher oder eine wabenartige Struktur auf.
Pilz: Dieser ist in der Regel weicher, kann sich schleimig anfühlen und weist nicht die geordneten Rillen eines Gottesanbeterinnengehäuses auf.
Mantis-Gehäuse: Es ist hellbraun oder braun, fühlt sich an wie hartes „Styropor“ und ist fest auf einer Oberfläche verklebt.
10. Eine naturwissenschaftliche Unterrichtsstunde
Die Entdeckung eines solchen Bauwerks bietet eine großartige Gelegenheit, mehr über die Welt um sich herum zu erfahren. Anstatt es als „eklig“ oder „seltsam“ zu empfinden, sollte man es als Logenplatz für eine Naturdokumentation direkt vor der Haustür betrachten.

Die Beobachtung des Falls über Wochen und Monate hinweg kann eine schöne Möglichkeit sein, die Jahreszeiten bewusst wahrzunehmen. Es erinnert uns daran, dass selbst ein einfacher Zaunpfahl ein Zuhause für die nächste Generation nützlicher Gartentiere sein kann.