Ich hatte schon vor langer Zeit aufgehört, sein Verhalten persönlich zu nehmen. Wenigstens fuhr er mich nicht so an wie seine ältere Schwester Skyler es manchmal tat.
Aber tief in meinem Herzen wusste ich, dass Jace alles gesehen hatte. Er verstand die unausgesprochene Spannung besser als jeder von uns.
Skylers Stimme durchbrach die morgendliche Stille, als sie, bereits angezogen und perfekt geschminkt, in die Küche schritt. Sie fragte, ob ich ihren blauen Pullover gesehen hätte.
Mit siebzehn Jahren war sie ein wunderschönes Ebenbild ihrer Mutter. Sie hatte hohe Wangenknochen, eine markante Nase und sattes kastanienbraunes Haar.
Aber ihre Augen hatten Phillips sanftes Braun, das sie direkt von meinem verstorbenen Mann George geerbt hatte. Ich sagte ihr, dass ich es gestern gewaschen hätte und dass es in ihrem Kleiderschrank im zweiten Regal stehen sollte.
Sie schnauzte ihn an, dass sie bereits dort nachgesehen habe, doch dann besann sie sich und wurde milder. Sie entschuldigte sich und erklärte, dass sie nur zu spät zu ihrem Projektgruppentreffen gekommen sei.
Ich hob fragend eine Augenbraue, während ich eine Waffel wendete, und fragte sie, ob sie es glauben könne, dass es Samstagmorgen sei. Sie erinnerte mich an ihre Veterinärkurse und das Projekt zur Behandlung von Streunern.
Ich nickte, als ich mich daran erinnerte, wie entschlossen sie gewesen war, seit George ihr das Wildtierbuch zum zehnten Geburtstag geschenkt hatte. Ich schlug ihr vor, im Wäschekorb im Badezimmer nachzusehen, falls ich vergessen hatte, die Wäsche aufzuhängen.
Sie huschte davon und kam eine Minute später mit dem Pullover in der Hand zurück. Sie bedankte sich und nannte mich die Beste, bevor sie mir einen Kuss auf die Wange gab und sich eine Waffel direkt aus der Pfanne schnappte.
Melindas scharfe Stimme ließ mich zusammenzucken. Sie nannte mich nie Mama, sondern benutzte immer meinen Namen, Adelaide, als wären wir Kolleginnen oder Fremde.
Sie stand mit in die Hüften gestemmten Händen im Türrahmen, ihre schlanke Figur wirkte makellos. Sie leitete einen Waschsalon mit Selbstbedienung und war stets so gekleidet, als ginge sie zu einer Vorstandssitzung.
Ihr blondes Haar war zu einem strengen Dutt hochgesteckt, der ihre ohnehin schon markanten Gesichtszüge noch schärfer betonte. Sie fragte, ob ich ihre Sachen im Badezimmer schon wieder umgeräumt hätte.