Ich erwiderte, dass ich die Regale gerade abgewischt hätte und alle ihre Gläser noch genau dort stünden, wo sie sie abgestellt hatte. Sie kniff die Augen zusammen und sagte, sie könne ihre Handcreme nicht finden.
Es war die Waffel, die Phillip ihr zum Jahrestag geschenkt hatte. Vorsichtig deutete ich an, dass sie sich vielleicht im Schlafzimmer befände, während ich weiter Waffeln wendete.
Sie schnauzte mich an, dass sie es immer in der Badezimmerschublade bei all ihren anderen Sachen aufbewahrte, die ich ständig verstellte. Jace schnaubte leise hinter mir, während seine Augen weiterhin auf sein Tablet gerichtet blieben.
Skyler verdrehte die Augen. Sie sagte ihrer Mutter, sie habe die Sahne auf dem Nachttisch gesehen, bevor sie sich den letzten Bissen Waffel in den Mund stopfte und ging.
Melinda verzog die Lippen und bedankte sich weder bei ihrer Tochter noch bei mir. Sie drehte sich einfach um und ging, eine Spur teuren Parfums und unausgesprochener Verbitterung hinter sich herziehend.
Ich legte die fertigen Waffeln auf einen großen Teller neben den Ahornsirup. Phillip tauchte gerade auf, als ich mit dem Abwaschen der Pfanne fertig war.
Mit 42 Jahren, zurückweichendem Haaransatz und einem leichten Bauchansatz sah er immer noch aus wie der kleine Junge, den ich einst in meinen Armen trug. Er war mein einziger Sohn, mein Stolz und mein Schmerz.
Er gähnte und nannte mich ein Wunder, während er die Waffeln betrachtete. In solchen Momenten wollte ich glauben, dass noch nicht alles verloren war.
Ich wollte glauben, dass mein Junge noch immer da war, unter der müden und passiven Seite des Mannes, der seiner Frau das Sagen im Haus seiner Mutter überließ. Ich sagte ihm lächelnd, sein Vater habe immer gesagt, ein Samstag ohne Waffeln sei kein richtiger Samstag.
Phillip nickte, vermied aber meinen Blick. Wir wussten beide, dass er es nicht mochte, wenn ich über George sprach.
Es erinnerte ihn daran, wie viel sich seit dem Tod seines Vaters fünf Jahre zuvor verändert hatte. Melinda ging zurück in die Küche und hielt ihm demonstrativ die Handcreme hin.
Sie verkündete, dass es, wie Skyler gesagt hatte, auf dem Nachttisch stand. Sie warf mir einen Blick zu und sagte, ich solle ihre Sachen nächstes Mal nicht anfassen, da jeder seinen persönlichen Freiraum brauche.
Ich nickte stumm, obwohl mir tausend Antworten im Kopf herumschwirrten. Meine Privatsphäre war schon vor langer Zeit verletzt worden.
Die Wohnung gehörte mir, und ich zahlte noch immer die Hypothek dafür ab. Ich hatte sie einziehen lassen, nachdem Phillip entlassen worden war, weil ich dachte, es wäre nur vorübergehend.
Ich dachte, es würde höchstens ein Jahr dauern, bis sie wieder auf die Beine kämen. Drei Jahre waren vergangen.